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TU Berlin

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Robert Skwirblies: Altitalienische Malerei als preußisches Kulturgut. Gemäldesammlungen, Kunsthandel und Museumspolitik 1797-1830

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Die Dissertation von Robert Skwirblies ist im Januar 2017 im Verlag De Gruyter in der Reihe Ars et Scientia erschienen. 

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Das Dissertationsprojekt:
Nach der französischen Revolution interessierten sich Kunsthändler, Sammler und Künstler nördlich der Alpen immer mehr für die italienische Malerei des Mittelalters und der Frührenaissance. In Berlin war dieses Phänomen besonders augenfällig: Waren jene Werke vor 1800 noch so gut wie unbekannt, trug hier allein der englische Kaufmann Edward Solly zwischen 1814 und 1820 mehrere hundert davon zusammen, und wenige Jahre später bildeten diese dann das Rückgrat der Gemäldegalerie des neuen Königlichen Museums.

„‚Questa roba farebbe figura in Germania’ [‚Dieses Zeug würde in Deutschland etwas hermachen’]“, hätte man im Italien der nachnapoleonischen Zeit gespottet, „wenn von irgend einem alten wurmstichigen Holzgemälde die Rede war“. So erinnerte sich der Kunstgelehrte und Sammler Athanasius von Raczynski 1836 an die Vorgänge wenige Jahre zuvor. Er bezog sich dabei explizit auf die preußische Hauptstadt. Um welche Gemälde handelte es sich genau, und woher genau kamen sie? Wer suchte, veräußerte und erwarb sie unter welchen Umständen? Welche nachhaltigen Folgen ergaben sich für Kunstszene und Sammlertum der Zeit, für die entstehenden Institutionen Museum und Kunstwissenschaft, für das Kunstverständnis und die kulturelle Identität des gebildeten Publikums beiderseits der Alpen? Keineswegs auf Berlin beschränkt, prägte dieser Kunsttransfer bis heute das Italienbild der Deutschen und die Sicht der Italiener auf ihr kulturelles Erbe mit.

Der Fokus wird auf italienische Tafelbilder beschränkt, die bis zum Wirken Raffaels und Leonardos entstanden und zwischen 1797 und 1830 nach Berlin gebracht oder angeboten wurden. Das erste Stichjahr markiert den offiziellen Beginn der Bemühungen um ein Kunstmuseum und die Thronbesteigung Friedrich Wilhelms III. in Berlin, während in Italien mit dem Ende der Republik Venedig, den Verträgen von Tolentino und Campo Formio wichtige politische Voraussetzungen für die späteren Kunsttransfers geschaffen wurden. Das Jahr 1830 bildet mit der Eröffnung der Gemäldegalerie im Berliner Museum einen vorläufigen Schlußpunkt des Suchens und Sammelns in Berlin.

Originaltitel:
"Questa roba farebbe figura in Germania!" Altitalienische Gemälde in Preußen 1797-1830. Studien zu Kunstverständnis, Handelsbeziehungen und Personennetzwerken im nachrevolutionären Europa

Gutachter: Werner Busch, Bénédicte Savoy

Zu Robert Skwirblies: hier

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