direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Lupe
Lupe

translocations ist ein auf drei Jahre angelegtes, als Cluster organisiertes Forschungsvorhaben zu Kulturgutverlagerungen aus historischer Perspektive.

Ermöglicht durch die Vergabe des Gottfried Wilhelm Leibniz Preises der DFG an Bénédicte Savoy.

Kooperationen (Stand September 2017):
- Collège de France, Paris
- Deutsches Archäologisches Institut

Über das Projekt

Aktueller denn jemals zuvor ist die Problematik der Verlagerung von Kulturgütern in Kriegs- und Friedenszeiten, mit all den damit verbundenen rechtsmoralischen, kulturpolitischen und wissenschaftlichen Folgen – sie gehören zweifelsohne zu den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Gegenstand von translocations sind großangelegte Kulturgutverlagerungen seit der Antike: staatlich organisierter Kunstraub und Beutekunst in Kriegs- und Okkupationszeiten; Entzug von Kulturgütern im Kolonialismus; Verlagerung in Folge von Fundteilungen und wissenschaftlichen Expeditionen; durch den Kunsthandel forcierte Diaspora ganzer materieller Kulturen; ideologisch begründete Beschlagnahmungen; Verstaatlichungen oder massive Veräußerungen privaten Eigentums. Im Zentrum unseres Interesses stehen die Verlagerungen an sich – das Phänomen des Abtransports selbst, mit all den damit verbundenen Traumata, Diskursen, Akteuren, Gesten, Techniken und Repräsentationen.

Wir wollen systematische Erkenntnisse über die sozialen, politischen und kulturellen Implikationen von Kulturgutverlagerungen der Vergangenheit als Orientierungshilfe für die Zukunft liefern. Historische Forschung zielt in unserem Verständnis bewusst auf die Gestaltung gesellschaftlicher Verständigungsprozesse und die Entwicklung von Handlungsoptionen.

Mittels Detailforschungen (Kunstraub und Trophäenwesen der Antike | Translokationen und Religion | Europa und die Entdeckung der Welt in Mittelalter und Früher Neuzeit | Kulturgüter in Diasporen in Neuzeit und Moderne | Enteignung und Translokation von Kulturgütern vor dem Hintergrund der großen Kriege des 20. Jahrhunderts) wird der Projekt-Cluster

  • einen Atlas,
  • eine Textsammlung,
  • ein Glossar und
  • eine ikonographische Bilddatenbank zu Kulturgutbewegungen

erarbeiten und entsprechend der Möglichkeiten web-basierter Aufbereitung allgemein zugänglich machen. Ebenso um eine theoretische Erfassung des Phänomens bemüht, werden wir unsere Arbeit in Veröffentlichungen, Workshops und Konferenzen mit einer breiten Öffentlichkeit teilen und diskutieren.

Der Projekt-Cluster verbindet die über Jahre am Fachgebiet gewachsenen Forschungsbereiche Kunstraub im globalen Kontext, Kunstmarkt und Provenienz und transnationale Museumsgeschichte. Studierende des Instituts werden mittels Formaten des Forschenden Lernens Einblicke in die Arbeit des Clusters bekommen.

Weiterführendes

  • Projektskizze translocations

Deutsch (PDF, 165,4 KB)  /  English (PDF, 155,4 KB)

  • Interview von Books& Ideas / La vie des idées mit Bénédicte Savoy zur Setzung des Begriffs translocation

English  /  Français

  • Bénédicte Savoy, "Die Objekte unseres dreifachen Begehrens"

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Juni 2017 (PDF, 9,1 MB)

  • Bénédicte Savoy, "I musei, le nostre libido e la memoria delle spoliazioni"

Il Giornale dell'Arte, Juli - August 2017 (PDF, 248,1 KB)

  • Interview von Jörg Häntzschel mit Bénédicte Savoy zum Humboldt Forum

Süddeutsche Zeitung, 21. Juli 2017 (PDF, 8,8 MB)

  • Bénédicte Savoy, "Was unsere Museen nicht erzählen"

Le Monde Diplomatique Deutschland, 10. August 2017  / PDF (PDF, 1,000,9 KB)
Englische Fassung (PDF, 61,3 KB)

  • "L'art, butin de guerre" ("Kriegsbeute Kunst" – Idées-Beilage der Le Monde, darin ein Interview mit Bénédicte Savoy und ein Beitrag von Emanuelle Polack)

Le Monde, Beilage Idées, 19.08.2017 (PDF, 2,6 MB)

Forschung und Lehre

Journal for Art Market Studies - Ausgabe zu "Translocations and the Art Market"

Im Januar 2018 soll im Journal for Art Market Studies eine Ausgabe zum Thema "Translocations and the Art Market" erscheinen, in der die Rolle des Kunstmarkts bei der territorialen Verlagerung von Kulturgütern seit der Antike beleuchtet wird. Die Ausgabe erscheint im Kontext des Leibniz-Projekt-Clusters "Translocations". und wird voraussichtlich 12 Beiträge enthalten.

Projektseminar Quellentexte zum Kunstraub seit der Antike (WiSe 2017/18)

Das Projektseminar im Wintersemester 2017/18 sucht und untersucht relevante Quellentexte zum Thema Kunstraub und Objekttransfer seit der Antike in und außerhalb von Europa. Es geht dabei um teils kaum bekannte, teils als fast kanonisch geltende Schriftquellen, die sich mit der Verbringung von Kunst- und Kulturgütern in Kriegs- und Krisenzeiten beschäftigen – aus der Perspektive von Siegern, Opfern, Zeugen oder Nachlebenden. Ziel ist eine wissenschaftlich erschlossene Anthologie von Schlüsseltexten, die als Buch erscheinen und damit sowohl dem Fach- als auch einem allgmeinen Publikum zugänglich gemacht werden soll.

Videos: Antrittsvorlesung und Kurse von Bénédicte Savoy am Collège de France

Lupe

Am 30. März 2017 hielt Bénédicte Savoy ihre leçon inaugurale am Collège de France. Mit dem Vortrag Objets du désir. Désirs d'objets - Histoire culturelle du patrimoine artistique en Europe, XVIIIᵉ-XXᵉ siècles trat sie ihre Professur auf dem Chaire internationale an, auf den sie im vergangenen Jahr berufen wurde. Der Vortrag ist als Video abrufbar, ebenso wie die wöchentlichen Vorlesungen im Kurs À qui appartient la beauté ? Arts et cultures du monde dans nos musées:

Video- und Audiomitschnitte der Vorträge

Aneingnungen von Kunst – Perspektive der Enteigneten (WiSe 2016/17)

Lupe

Im Wintersemester 2016 erarbeiteten sich die Teilnehmer*innen des BA-Projektseminars Aneignungen von Kunst – Perspektive der Enteigneten einen Einblick in historische und aktuelle Diskurse zu gewaltsamen Kulturgutverlagerungen. Das Sprechen über geraubte und erbeutete Kunst stand auch im Mittelpunkt zahlreicher in Eigenregie enstandener Interviews.

mehr

All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts (Oktober 2016)

Lupe

Die internationale Konferenz "All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts  (18th–20th Century)" fand vom 13.–15. Oktober 2016 in der Bauakademie am Schinkelplatz in Berlin statt. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Institut d’histoire moderne et contemporaine (CNRS) und dem Labex TransferS (PSL), Paris, durchgeführt.
Veranstalterinnen: Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Dr. Charlotte Guichard, Dr. Christine Howald

Weitere Informationen und Tagungsprogramm
Videoreihe (Gerda Henkel Stiftung)
Podiumsdiskussion (Inforadio)
Radiointerview (Deutschlandradio Kultur)

Das Leben der Bilder (SoSe 2014)

Lupe

Das im Frühjahr 2014 abgehaltene Projektseminar “Das Leben der Bilder“ bot den Studierenden Raum für die Auseinandersetzung mit Provenienzforschung und dem unsichtbaren Vorleben ausgewählter Werke der Gemäldegalerie.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Piwik für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.