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TU Berlin

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Mariana Jung: Die Erwerbungen des Ägyptischen Museums in Berlin 1885 bis 1914

Projektbeschreibung:

Das Dissertationsvorhaben beschäftigt sich mit den Erwerbungen des Ägyptischen Museums in Berlin im Zeitraum 1885 bis 1914. Im Fokus stehen die unterschiedlichen Netzwerke und Bedingungen, durch die diese Sammlung gewachsen ist, sowie die verschiedenen Märkte für den Antikenhandel in Ägypten und Europa.

In den 1820er Jahren begann die große Zeit der ägyptologischen Forschungen und Reisen. Jean-François Champollion, Karl Richard Lepsius u.a. begründeten die Ägyptologie und formten sie zu einer in ganz Europa angesehenen Wissenschaft. Gleichzeitig beeinflussten sie die Entstehung von Museums- und Sammlungsgründungen.

Bei dem hier ausgewählten Zeitrahmen handelt es sich um die Amtszeit des Direktors Jean Pierre Adolphe Erman (1854–1937). Zu diesem Zeitpunkt zählte das Berliner Museum zu einem der bedeutendsten in Europa und war u.a. zum Vorbild für andere Sammlungen geworden. Die Erwerbungspolitik von Erman richtete sich vor allem nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft und den Bedürfnissen des Museums. Er konnte gezielt Objekte für die Sammlung erwerben.

Die Situation in Ägypten spiegelt ein komplexes Umfeld für Ankäufe und Erwerbungen wider. Das Land war zu diesem Zeitpunkt militärisch besetzt von den Briten, die Antikenverwaltung lag fest in französischer Hand, es gab erste Antikengesetze und Ausfuhrverbote und vor allem die alles entscheidenden Grabungen von deutscher Seite bis hin zur Gründung des „Kaiserlich Deutschen Instituts für Ägyptische Altertumskunde“ in Kairo 1907 spielten eine große Rolle.

Das Berliner Museum hat verschiedene Märkte für die Akquise von Objekten genutzt. Zum einen den europäischen Markt, bei dem vor allem auf Auktionen in Paris und London Objekte erworben wurden. Und zum anderen den Markt in Ägypten, durch den auf drei Wegen Objekte nach Berlin kamen: durch Ankäufe hauptsächlich in Kairo und Luxor bei einheimischen und europäischen Händlern mit Unterstützung der Konsularagenten und Dragomane, durch Grabungen und durch Geschenke bzw. Dubletten aus dem Kairener Museum. Einzelne Fallbeispiele werden die verschiedenen Märkte und Systeme der Ankäufe, Trends, Preise sowie die Akteure und Akteursebenen erschließen.

 

 

 

Zu Mariana Jung:

Vita

2003–2008 Studium der Kunstgeschichte und Ägyptologie an der Universität Leipzig

2007–2009 Tutorin am Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig im Bereich Fachgeschichte und Methoden, wissenschaftliches Arbeiten

2009–2010 Werkverträge im Exzellenzclusters TOPOI

2010–2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ägyptologischen Institut der Universität Leipzig (DDGLC-Projekt)

seit 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin, Staatliche Museen zu Berlin

seit Januar 2010 Promotion an der TU Berlin bei Prof. Bénédicte Savoy

2012–2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ägyptischen Museum und Papyrussammlung Berlin, Staatliche Museen zu Berlin 

ab 12/2018 Mitarbeiterin im Projekt "Perzeptionen Ägyptens: Die Zeichnungen der Preußischen Ägypten-Expedition (1842–1845) – Digitale Erschließung und interdisziplinäre Auswertung"

 

Publikationen (in Auswahl)

Jung, Mariana, Ägypten – Faszination und Wissenschaft in Europa im 19. Jahrhundert, in: Kat. Ägypten in Altenburg. Ägyptomanie im 19. Jahrhundert – unbekannte Schätze aus den Sammlungen. Hg. v. Julia M. Neuhaus. Altenburg 2015 (Aus Lindenhaus Sammlungen, 4), S.17–25.

Jung, Mariana, Die Ägyptenexpedition Carl Richard Lepsius und ihre Folgen, in: Kat. Ägypten in Altenburg. Ägyptomanie im 19. Jahrhundert – unbekannte Schätze aus den Sammlungen. Hg. v. Julia M. Neuhaus. Altenburg 2015 (Aus Lindenhaus Sammlungen, 4), S.17–25.

Seyfried, Friederike, in Zusammenarbeit mit Mariana Jung: Karl Richard Lepsius als Museumsgestalter, in: Verena M. Lepper und Ingelore Hafemann (Hrsg.): Karl Richard Lepsius. Der Begründer der deutschen Ägyptologie. Berlin 2012 (Kaleidogramme, 90), S. 110–117.


Savoy, Bénédicte/ Wildung, Dietrich: Neue Impulse aus Berlin? Ägyptische Museen in Europa vor und nach der Eröffnung des Neuen Museums in Berlin. Unter Mitarbeit von Mariana Jung, in: Bergvelt, Ellinoor u.a. (Hg.): Museale Spezialisierung und Nationalisierung ab 1830. Das Neue Museum in Berlin im internationalen Kontext. Berlin 2011 (Berliner Schriftenreihe zur Museumsforschung, 29), S. 51–68.

Jung, Mariana, Die Zeichnungen der Lepsius-Expedition und ihre Umsetzung in Lithografien und Gemälden am Beispiel der Insel Philae, in: Hafemann, Ingelore (Hg.): Preußen in Ägypten – Ägypten in Preußen. Berlin 2010 (Kaleidogramme, 59), S. 207–238.



Kontakt

mariana.jung [ at ] gmx.de

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