TU Berlin

Fachgebiet Kunstgeschichte der ModerneDiss_Salomon

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Sarah Salomon: Adaption, Konkurrenz, Opposition: Kunstausstellungen und Künstlerkarrieren in Paris jenseits der Académie royale de peinture et de sculpture (1751–1791)

Das Kunstleben im Frankreich des Ancien Régime wurde in starkem Maße von der Kulturpolitik der königlichen Kunstverwaltung und der 1648 gegründeten Kunstakademie (Académie royale de peinture et de sculpture) mit ihren exklusiven Mitgliederausstellungen, den Salons im Louvre, gelenkt und kontrolliert. Folglich sind die Akademie und ihre Salons Gegenstand einer bis heute anhaltend intensiven kunsthistorischen Forschung. Anders verhält es sich mit dem zur selben Zeit jenseits der staatlichen Förder- und Anerkennungsstrukturen in Paris angesiedelten Kunstleben, das mit seinen Akteuren und Netzwerken bislang nich zum Gegenstand einer eingehenden, eigenständigen Untersuchung wurde.

Die vorliegende Dissertation nimmt sich dieses Forschungsdesiderats an und holt so das künstlerische Leben in der französischen Hauptstadt jenseits der staatlichen Kunstförderung aus den Schattenregionen des Vergessens ans Licht. Dafür begibt sie sich an jene Orte, an denen die zahlreichen Künstlerinnen und Künstler, die nicht der Akademie angehörten, bis heute sichtbare Spuren hinterlassen haben: die Kunstausstellungen jenseits der Louvre-Salons. Untersucht werden die vier bedeutendsten alternativen Ausstellungsforen und ihre Akteure (die Ausstellungen der konkurrierenden Académie de Saint-Luc, jene, die im Vergnügungspalast Colisée ausgerichtet wurde, die vielfältigen Wechselausstellungen im Salon de la Correspondance, sowie die Expositions de la Jeunesse unter freiem Himmel auf der Place Dauphine), sowie ihr meist sehr konfliktreiches Verhältnis zur königlichen Kunstverwaltung.

Mit ihrer von der akademischen Institutionenforschung losgelösten Perspektive nimmt die Dissertation einen grundlegend neuen Blickwinkel ein. Durch diesen wird deutlich, dass an jenen öffentlichen Ausstellungsorten bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zahlreiche Formen der Kunstpräsentation erprobt wurden (etwa thematische Wechselausstellungen, Künstlerretrospektiven, Gruppenpräsentationen), die zumeist als „Erfindungen“ des 19. Jahrhunderts angesehen werden. So erweist sich im Spiegel der vorliegenden Studie Paris in den Jahrzehnten vor der Französischen Revolution als innovative und lebendige Stadt, in der die unterschiedlichsten Vorstellungen davon kursierten, was Kunst sei und was leisten solle, internationale Kunstkonzepte adaptiert wurden und Marktimpulse sich niederschlugen.

Betreuer/innen: Bénédicte Savoy, Christoph Frank (Mendrisio, Università della Svizzera Italiana)

Abgeschlossen 2018.
Die Dissertationsschrift erscheint im Frühjahr 2021 bei Wallstein (Göttingen).

Zu Sarah Salomon: hier

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