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TU Berlin

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Marlen Topp: Im Auftrag des Staates – die französische Porzellanmanufaktur Sèvres zwischen politischer Weisung und künstlerischer Autonomie (1938 bis 1963)

Die staatliche Porzellanmanufaktur Sèvres, ein Pfeiler französischen Kunsthandwerks, durchlief seit ihrer Gründung 1740 immer wieder erfolgreiche wie auch schwierige Phasen. Den wohl gravierendsten Eingriff in der Geschichte der Manufaktur markiert die nationalsozialistische Besetzung Frankeichs und somit des Unternehmens. Zwischen 1940 und 1944 musste Sèvres nicht nur für immense Aufträge der deutschen Besatzer – insbesondere für Hermann Göring – produzieren, sondern fungierte auch als ein Zentrum propagandistischer Objektkunst für Marschall Pétain.

Die Promotionsschrift untersucht diese Produktionen und die Bedingungen, unter denen sie zustande gekommen sind, bilden sie doch einen derartigen Bruch in der stilistischen wie ökonomischen Geschichte der Manufaktur. Zudem wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich Teile des Betriebs kollaborativ beteiligten, zumal die Manufaktur als durchgehende staatliche Einrichtung per se die Aufträge der jeweiligen Herrscher zu erfüllen hatte. Diese Tatsache lässt auch die Frage aufkommen, wie viel Einfluss der Staat auf künstlerische Entwicklungen nimmt, wenn von der Personalgestaltung über Künstlerauswahl bis hin zu Klientel- und Preisvorgaben sämtliche Entscheidungen von staatlicher Seite getroffen oder diktiert werden. Letztgenannte Punkte behielten auch in der Nachkriegszeit ihre Gültigkeit, was es der Manufaktur neben den Kriegszerstörungen zusätzlich erschwerte, erneut an die künstlerische Avantgarde der Keramikkunst der 1950er Jahre anzuschließen. Im zweiten Teil dieser Forschungsarbeit wird daher untersucht, inwiefern ein moderner Staat – im Gegensatz zum monarchischen Mäzenatentum – noch Interesse an der Aufrechterhaltung eines Luxuswarenherstellers hat.

Sèvres wurde als ein Beispiel herangezogen, um zu analysieren, welche Strukturen sich auf dem französischen Kunstmarkt während der Okkupation etablierten und wie ein zuvor besetztes Unternehmen in der Nachkriegszeit versuchte, an künstlerische Traditionen wieder anzuknüpfen. Ein Katalog mit Depotbeständen der Manufaktur und Entwurfszeichnungen zum Untersuchungszeitraum komplettiert die Dissertation.

Betreuung: Bénédicte Savoy, Birgitt Borkopp-Restle (Universität Bern)

Abschluss: 2017

Veröffentlicht auf der Open-Access-Plattform der TU Berlin.

 

Vita

seit 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, München

2017 Kuratorin der Ausstellung „Die großen Manufakturen – MEISSEN“ im Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger

2014–2017 Doktorandin an der TU Berlin

2011–2014 Promotionsstipendiatin des DFG-Graduiertenkollegs „Kunst und Technik“ an der TU Hamburg-Harburg bei Frau Prof. Dr. Margarete Jarchow

2012 Lehrauftrag an der TU Hamburg-Harburg

2009–2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Porzellanikon/Staatliches Museum für Porzellan, Selb und Hohenberg a. d. Eger

2008 Magistra Artium mit der Abschlussarbeit: „Das Grüne Gewölbe zu Dresden 1945 bis 1974“

2000–2008 Studium der Kunstgeschichte, Romanistik/Literaturwissenschaft und Evangelischen Theologie an der TU Dresden und der Sorbonne-Paris IV

 

Kontakt: marlen.topp [at] gmx.de

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