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TU Berlin

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Lisa Hackmann: Der berühmte Maler – Der Aufstieg des französischen Historienmalers Paul Delaroche (1797-1856) zum internationalen Star seiner Zeit

Projektbeschreibung

Unmittelbar nach dem Tod des französischen Malers Paul Delaroche (1797–1856) attestierte der bekannte Kunstkritiker Théophile Gautier diesem eine „universelle Berühmtheit“, die weit über Europa hinausginge. Auch die zeitgenössische englische, deutsche und amerikanische Presse kam etwa zur selben Zeit einhellig zu dem Schluss, kein bildender Künstler hätte je zuvor eine vergleichbare globale Strahlkraft erreicht.

Die Berühmtheit Delaroches und seiner dramatischen Gemälde beschränkte sich zu Lebzeiten demnach – anders als beispielsweise die seiner Zeitgenossen Eugène Delacroix oder Jean-Auguste-Dominique Ingres – nicht nur auf Frankreich, sondern reichte über das Zentrum West- und Mitteleuropas bis nach Russland und in die USA.

Das Ziel meines Dissertationsprojekts ist es, das Phänomen von Delaroches transnationaler Berühmtheit, seine Mechanismen, Dynamiken und Praktiken zu untersuchen und diese historisch zu kontextualisieren. Zentral für Auseinandersetzung mit dem Thema ist das Verständnis des 19. Jahrhunderts als „Schwelle zu einer vernetzten Welt“ (Osterhammel 2010). Was sagt uns die weitreichende Berühmtheit des Malers über die Möglichkeiten der Zirkulation von Worten und Bildern, was über die Mobilität von Akteuren und die Distributionswege von Kunstwerken? Hier interessiert insbesondere die Rolle der (Kunst-)Öffentlichkeit, der Presse, des expandierenden Kunstmarkts sowie innovativer Reproduktionstechniken.

In ihrem Verständnis von Berühmtheit orientiert sich die Arbeit an Studien unterschiedlicher Disziplinen (Soziologie, Geschichtswissenschaften, Literatur- und Musikwissenschaft) vornehmlich aus dem angelsächsischen Raum. Seit der Jahrtausendwende wandten sie sich aus historischer Sicht dem Phänomen der celebrity culture zu, deren Ursprünge im 18. Jahrhundert im Umfeld von Theater, Musik und Literatur in Paris und London zu verorten sind.

Grob chronologisch geordnet gliedert sich die Untersuchung in inhaltlich eng miteinander verknüpfte Teile, die sich auf drei zentrale Komponenten der Berühmtheit beziehen: 1. Öffentlichkeit, 2. Medien, 3. Zirkulation. Die Untersuchung hat sich in ihrer Herangehensweise nicht einer einzigen Methode verschrieben, sondern stützt sich auf Ansätze der Künstlersozialgeschichte, Diskursanalyse, historischen Netzwerkanalyse und Kulturtransferforschung.

Das erste und zweite Kapitel widmet sich zentralen öffentlichen Schauplätzen von Delaroches Berühmtheit: Dem Pariser Salon als große Bühne des Berühmtwerdens, den bislang von der Forschung kaum untersuchten alternativen Ausstellungsforen und den Lehrateliers des Malers und dessen internationaler Schülerschaft. Das dritte Kapitel beleuchtet die mediale Seite von Delaroches Berühmtheit, die multimediale Verarbeitung und strategische Vermarktung seiner Werke, auch angesichts neuer technischer Vervielfältigungsmöglichkeiten. Das vierte Kapitel untersucht schließlich die transnationale Zirkulation von Delaroches Werken und fragt nach ihren Wegen und ihren Schauplätzen.

Die Arbeit konzentriert sich in erster Linie auf die Metropolen Paris, Berlin, London, New York und Sankt Petersburg, berücksichtigt aber auch kleinere geographische Knotenpunkteim Geflecht von Delaroches Berühmtheit.

Betreuer: Bénédicte Savoy, Gregor Wedekind (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz)

Zu Lisa Hackmann: hier

 

 

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