TU Berlin

Chair for Modern Art HistoryDiss_Struckmeyer

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Nina Struckmeyer: Von Faszination und Abneigung. Das Lehratelier Jacques-Louis Davids und seine deutschen Schüler

Das Lehratelier Jacques-Louis Davids entwickelte sich in den Jahren zwischen 1780 und 1816 zu dem Ort der künstlerischen Ausbildung in Paris, der als Vorbereitung, Ergänzung und Konkurrenz zum Studium an der École des Beaux-Arts fungierte: Der weit über die Grenzen Frankreichs hinaus als Hauptmeister des Klassizismus gefeierte Maler bildete zahlreich Künstler aus ganz Europa aus, die es um 1800 massenhaft in die neue Kunstmetropole zog. Die Forschung hat sich bisher der frühen Phase des Lehrateliers gewidmet und vereinzelt die bekannten französischen Schüler Davids wie etwa Girodet, Drouais oder Gros untersucht; eine umfassende Historiographie des Lehrateliers fehlt bislang. Auch blieben die mindestens vierzig deutschen Schüler Davids bisher unbeachtet - dabei verbrachten namenhafte Künstler wie Friedrich Tieck oder Gottlieb Schick prägende Jahre ihrer Ausbildung in dem berühmten Atelier -, infolgedessen ist reiches Quellenmaterial von der David-Forschung ignoriert worden. Das Dissertationsvorhaben soll diese Forschungslücken schließen und untersuchen, wie während des 35-jährigen Bestehens des Ateliers an seinen verschiedenen Standorten gelehrt und gelernt wurde und was dessen ungebrochene Attraktivität ausmachte, die sich nicht einfach nur mit der immensen Popularität Davids erklären lässt. Mit einer Prosopographie der deutschen Schüler sollen exemplarisch unterschiedliche Beweggründe junger Künstler nach Paris zu reisen aufgedeckt und die jeweiligen Aufenthalte im Atelier Davids nachgezeichnet werden: So befand sich etwa Tieck 1797 mit einem Dreijahresstipendium auf dem Weg nach Rom, als ihn die politischen Verhältnisse dazu zwangen, seine Ausbildung in Paris fortzusetzen – er blieb bis 1801. Schick, von 1798 bis 1802 im Atelier Davids beschäftigt, wandte sich während seines späteren Romaufenthaltes vehement gegen den früheren Lehrer und dessen klassizistische Kunstlehre. Wilhelm Wach, von 1814 bis 1815 Schüler Davids, gründete nach seiner Rückkehr aus Paris 1819 in Berlin ein Lehratelier nach französischem Vorbild. Neben ästhetischen, kulturellen und sozialen Aspekten des Parisaufenthaltes (welche Auswirkung hatte er auf die künstlerische Produktion der jungen deutschen Künstler? In welchen Kreisen verkehrten sie? In welcher Weise partizipierten sie am künstlerischen Leben der französischen Hauptstadt?), sollen die Konsequenzen für die individuellen Künstlerviten aufgedeckt und der David-Forschung neue Quellen zur Verfügung gestellt werden.

Zu Nina Struckmeyer: hier

Betreuerin: Bénédicte Savoy

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