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TU Berlin

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Kunstgeschichte für Künstler: Zu einer transnationalen Geschichte der Kunstakademien im 19.Jahrhundert

Kontakt

Dr. Eleonora Vratskidou

Finanzierung und Projektlaufzeit

Gefördert von der Alexander von Humboldt Stiftung, Mai-Oktober 2014; Juli 2015-September 2016; Februar-April 2017

Projektbeschreibung

Die Kunstakademien sind Institutionen hybrider Natur, an denen sich verschiedene Akteure, Ansprüche und Öffentlichkeiten begegnen. Als Ausbildungs- und Ausstellungszentren (und dabei Legitimationsinstanzen innerhalb des künstlerischen Felds) sind sie zugleich Orte, wo Wissen über Kunst erzeugt wird, und sogar Orte, an denen die  Genese der Geisteswissenschaften in ihrer ursprünglichen Verflechtung nachvollzogen werden kann. Eine Reihe von Fächern wie Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte und Ästhetik wurden ab Ende des 18.Jahrhunderts im Rahmen großer pädagogischer Reformen in die Lehrprogramme eingeführt. Besonders Kunstgeschichte wurde in vielen Fällen zuerst an Kunstakademien gelehrt.

Was  bringt es überhaupt dem Künstler, die Geschichte der Kunst zu kennen? Was bedeutet dieses Wissen für seine künstlerische Tätigkeit, wie formt es seine Praxis? Und andersherum: Wie ist die kunsthistorische Wissensproduktion von der Nähe zum Künstler und damit von den Problemen der Praxis geprägt? Das Projekt untersucht anhand der Analyse von Lehrprogrammen, Kursmaterial und Dozenten-Profilen die Systematisierung der theoretischen Ausbildung innerhalb der Kunstakademien, die bisher unbeachtet geblieben ist - sowohl seitens der historischen Forschung zur Künstlerausbildung als auch von der Geschichte der Kunstgeschichte, welche in erster Linie Universitäten und Museen als institutionelle Keimzellen der Disziplin betrachtet. Ziel ist es, aus dieser veränderten Perspektive heraus erneut die vielfältigen institutionellen Wurzeln der Kunstgeschichte und ihrer Professionalisierung zu untersuchen.

Gegenüber einer fortwährend starken Tendenz, die Kunstakademien des 19. Jahrhunderts als starre und konservative Institutionen zu begreifen, möchte das Projekt darlegen, dass die kunsthistorischen neben anderen theoretischen Kursen einen Prozess von Reflexivität innerhalb der etablierten akademischen Traditionen hervorgerufen haben, und so von innen heraus zu der starken Kritik und allgemeinen Infragestellung dieser Institutionen während des 19. Jahrhunderts beigetragen haben. Das Projekt soll ferner erforschen, inwiefern die Notwendigkeit sich an die Bedürfnisse der Künstlerausbildung anzupassen zur Entstehung eines „alternativen“ Wissens im Vergleich zu dem Wissen, das an Universitäten und Museen produziert wurde, führte: eines eher auf Bilder, Formen und Techniken statt auf Kontinuitäten und national-dominierte historische Konstruktionen konzentrieren Wissens.

Das Projekt betrachtet Kunstschulen in Europa und in Amerika, genauer, die Fälle von Paris, Wien, Berlin, München, Düsseldorf, Athen, Philadelphia und Rio de Janeiro. Das multi-zentrische Forschungsfeld, das zum Zweck der Beobachtung der Zirkulation von Konzepten, Diskursen und Praktiken sowie der internationalen Netzwerke von Historikern, Theoretikern und Künstlern entworfen wurde, soll neue Hinweise zur traditionellen Dichotomie von Zentrum und Peripherie ermöglichen und die interkulturelle Konstruktion der Kunstgeschichte als Wissenschaft beleuchten.

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