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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Umgekehrte Sammlungsgeschichten. Mapping Kamerun in deutschen Museen

Auszug aus dem Inventar des Musée du quai Branly
Lupe

Projektleitung

Prof. Dr. Bénédicte Savoy (TU Berlin)

Prof. Dr. Albert Gouaffo (Université de Dschang)

Förderung

Gefördert aus Mitteln des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Über das Projekt

Das Projekt „Umgekehrte Sammlungsgeschichten“ ist ein Kooperationsvorhaben zwischen Kamerun und Deutschland. Es wird an der TU Berlin als Teilprojekt des Clusters „translocations. Historical Enquiries into the Displacement of Cultural Assets“ durchgeführt und ist in Kamerun an der Université de Dschang angesiedelt.

Ziel des Vorhabens ist eine systematische Erfassung und eine gemeinsame Untersuchung der Geschichte kamerunischer Kulturobjekte, die in der Zeit des Kolonialismus nach Europa verbracht wurden und sich nach wie vor in – im kamerunischen Fall vor allem deutschen und französischen sowie britischen – Museumssammlungen befinden. Der Umfang der in Deutschland befindlichen Sammlungen, der ein vielfaches der historischen Sammlungen im Land selber beträgt, ist in Kamerun – aber auch in Deutschland außerhalb der Museen – kaum bekannt und zu erfahren.

Kern des Projektes ist die Idee einer „umgekehrten Sammlungsgeschichte“, die nicht von den Objekten einer bestimmten Sammlung ausgeht und nach der Herkunft fragt, sondern von der Herkunft, in diesem Fall Kamerun, ausgeht und nach dem Aufenthaltsort fragt.

Ziel des aktuell laufenden, ersten Teilprojekts ist es, eine umfassende institutionsübergreifende Aufstellung über die Bestände von Objekten aus Kamerun (in den kolonialen Grenzen) in deutschen öffentlichen Sammlungen anzufertigen. Dazu wird, ausgehend von den in Archiven, Bibliotheken und Museen zur Verfügung stehenden Materialien, eine einheitliche Übersicht dieser Bestände (inkl. Kriegsverlusten) mit den relevanten Kerninformationen, ihren aktuellen Standorten und Herkunftsregionen, zu den Objekten erstellt. Ergänzend werden Quellen wie zeitgenössischen Dokumentationen, Publikationen und Berichte, publizierte Forschungen und Literatur zum Thema in Deutschland erfasst.

Bereits parallel wurde mit dem zweiten Teilprojekt begonnen, das auf die Bestandsübersicht und Quellenerfassung aufbaut und das in Deutschland sowie Kamerun vorhandene Wissen zu den Objekten zusammenführt und offen zugänglich aufbereiten wird. Kooperativ zu den Arbeiten in Deutschland wird dazu ein Projektteam in Kamerun aufgebaut. Neben der Auswertung der schriftlichen Quellen vor Ort, wird auch die Möglichkeit des Aufbaus eines oral history-Projekts geprüft, um mündlich tradiertes Wissen zur Geschichte und Funktion der Objekte in europäischen Sammlungen und der Geschichte, wie diese den Kontinent verließen, zu erfassen. Kamerunische Narrative bilden dabei den Ausgangspunkt einer koproduzierten Geschichtsschreibung. Der besondere Mehrwert wird in der gemeinsamen Auswertung und der Verschränkung dieser Erkenntnisse aus beiden Ländern liegen.

Dieses Pilotprojekt auf dem Gebiet postkolonialer Provenienzforschung und Koproduktion von Wissen, wird auch die Akteure (aus Militär, Wissenschaft, Missionstätigkeit, Kolonialverwaltung, Kolonialwirtschaft, Handel), die bei der Entstehung der Sammlungen beteiligt waren – ebenso wie Eckdaten und wichtige Orte –, erfassen und einordnen, um wesentliche Grundlagen für die Bestimmung des beteiligten Akteursnetzwerks zu legen. Damit leistet es über das Vorhaben selbst hinaus Beiträge zu einer kooperativen Provenienzforschung und der Kontextualisierung von Objekttranslokationen für eine potentielle Restitutionspolitik und Dekolonisierung der beteiligten Kulturräume. Eine so konzipierte postkoloniale Provenienzforschung teilt Kamerun in vier Subregionen, von wo aus die Ermittlung von Akteuren und deren Vermittlungsinstanzen verfolgt werden: das Grasland, das Küstenland, das Waldland und der Sahel im Norden.

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