TU Berlin

Fachgebiet Kunstgeschichte der ModerneVerfassen eines Exposés

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Hinweise zum Verfassen eines Exposés

Die erste umfassende schriftliche Darstellung eines Forschungsvorhabens erfolgt nach der Orientierungs- und Planungsphase in Form eines Exposés. Es beschreibt in allgemeinverständlicher Weise alle wesentlichen Aspekte des künftigen Projekts hinsichtlich Forschungszusammenhang, Forschungsthema, Fragestellung, Methoden, Quellen und ggf. bereits geleistetete Vorarbeiten.

Es ist notwendig bzw. sinnvoll

  • für die Anmeldung von Forschungsarbeiten (Magister- und Masterarbeiten, Dissertationen)
  • für Stipendien- und Forschungsanträge
  • als Indikator für Machbarkeit und inhaltliche Konsistenz
  • als Gesprächsgrundlage
  • als Ausgangspunkt für die detailliertere Planung eines Forschungsvorhabens. 


Sowohl die Erarbeitung des Exposés, das oft zum ersten Mal eine klare Strukturierung der Forschungsidee erfordert, ist für den/die Forscher/in und den/die BetreuerIn von Nutzen, als auch das fixierte Ergebnis, das für die Dauer des Forschungszeitraums einen thematischen, methodischen und planungsmäßigen Anker bildet – unabhängig davon, wie weit man sich schließlich von ihm entfernt. Für Exposés gibt es keine einheitlichen Vorgaben. Im Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne sollen Exposés für Bachelorarbeiten einen Umfang von etwa einer Seite Text haben, für Magister- und Masterarbeiten von etwa 3 Seiten (Times 12 Punkt einzeilig), bei Dissertationen wird ein Umfang von etwa 10 Seiten erwartet. Das Exposé sollte folgenden Aufbau haben (für Promotionsstipendien gelten je nach Institution abweichende Vorgaben):

Abstract                                                                                                                                          Stark verkürzte, überblicksartige Darstellung von Forschungsbedarf, Fragestellung, Methode, erwartetem Ergebnis und Nutzen. 

Einleitung und Fragestellung
Kurzes Umreißen des Themengebiets mit schneller Fokussierung auf den zu untersuchenden Gegenstand. Hierzu können kunst- und kulturhistorische Aspekte oder eine Forschungstradition skizziert, ein bestehender theoretischer Hintergrund erhellt, eine allgemeine Lehrmeinung in Frage gestellt, eine Einordnung in Forschungsdisziplinen vorgenommen und ggf. ein persönliches Forschungsinteresse dargelegt werden. Die Einführung des Themengebiets sollte auf eine konkrete Fragestellung zugespitzt werden, gleichzeitig soll die Relevanz des Themas deutlich werden. 

Stand der Forschung
Überblick über bestehende Arbeiten im thematisch näheren Forschungsbereich. Der Autor bzw. die Autorin vermittelt hier zum einen seine Kenntnis der Materie und zeigt zum anderen Forschungsdefizite und ggf. Anknüpfungspunkte an bestehende Arbeiten auf. Daraus ergeben sich die Forschungsrelevanz, eine weitere thematische Eingrenzung sowie mögliche methodische Ansätze. 

Methode und Quellen
Die zur Beantwortung der oben skizzzierten Fragestellung eingesetzte Methode soll benannt und ihre Eignung kurz begründet werden. Dabei kann es sich um eine Quellenrecherche, eine qualitative oder quantitative Analyse, eine vergleichende Studie etc. handeln. Auch hier ist ein Hinweis auf methodische Fachliteratur und methodisch vergleichbare Untersuchungen angebracht. Sofern Quellenarbeit im Vordergrund steht, Beschreibung und Einschätzung der Quellenlage hinsichtlich Art, Umfang, zu erwartender Relevanz und Erschließbarkeit, evtl. auch in Form einer Tabelle oder einer Skizze. An dieser Stelle sollte auch auf bestehende Kontakte und Vereinbarungen (z.B. mit Archiven) hingewiesen werden. 

Vorarbeiten
Sofern bereits eigene Vorarbeiten geleistet wurden, die über die Untersuchungsplanung hinausgehen (z.B. umfangreiche Recherchen), sollten diese aufgeführt werden mit Hinweis auf konkrete Anknüpfungspunkte. 

Arbeits- und Zeitplan
Eine vorläufige Strukturierung des für das Projekt zur Verfügung stehenden Zeitraums in Form eines Arbeitsplans dokumentiert eine realistische Einschätzung von Ablauf, Struktur und Umfang der zu erwartenden Forschungsarbeit. Dabei empfiehlt sich ein Monatsraster. Innerhalb dieser Einheiten können mehrere kleine Arbeitsschritte aufgeführt werden. Je konkreter der Arbeits- und Zeitplan ist (z.B. durch die präzise Benennung von zu bearbeitenden Archivalien und Archiven), desto aussagekräftiger für eine Einschätzung der Realisierbarkeit.

Literatur
Verzeichnis der im Exposé verwendeten Literatur. Es sollte bereits die für die Untersuchung zentralen Publikationen enthalten, auch wenn im Laufe der Arbeit noch weitere Quellen und Referenzen erschlossen werden.

Hilfreiche Literatur:

Prochno, Renate (2008): Das Studium der Kunstgeschichte. Eine praxisbetonte Einführung. Berlin 1999, 3. überarb. Auflage Berlin: Akad.-Verl.

Kruse, Otto (2005). Keine Angst vor dem leeren Blatt: ohne Schreibblockaden durchs Studium. (Campus concret; 16). 11. Aufl. Frankfurt/Main, New York: Campus.

Karmasin, Matthias und Ribing, Rainer (2006). Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. (UTB 2774), Wien: WUV Facultas

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