direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Philippa Sissis

Lupe

Kontakt

philippa.sissis [at] gmail.com

Vita

Philippa Sissis studierte Kunstgeschichte und Geschichte in Berlin und Paris (Paris IV – La Sorbonne). Sie arbeitete an mehreren Editionsprojekten mit und schloss im Februar 2013 ihr Bachelorstudium mit einer Arbeit über William Turners Louvre Skizzenbuch (Skizzen im Louvre - William Turner und sein frühes Studium künstlerischer Vorbilder, 1802) ab.  Von Oktober 2013 bis September 2014 war sie Deutschlandstipendiatin der TU Berlin. Im November 2014 schloss sie ihre Masterarbeit zum Thema SchriftBild. Oder der Entwurf einer humanistischen Ästhetik? Die frühen humanistischen Handschriften Poggio Bracciolinis ab.

Von Juni 2015 bis Dezember 2016 wirkte sie an der LMU München in der Nachwuchsforschergruppe Vormoderne Objekte (unter Leitung von Dr. Philippe Cordez) im Teilprojekt Objekte als Attribute: Erfahrung und Verbildlichung vom Mittelalter bis zur Gegenwart mit. Seit Oktober 2015 ist Philippa Sissis Stipendiatin am Graduiertenkolleg des SFB 950 Manuskriptkulturen in Europa, Asien und Afrika (Universität Hamburg).

Dissertationsprojekt

Die humanistische Minuskel - Ein Konzept humanistischer Ästhetik in Schrift?

Schrift sehen beginnt mit der Lektüre - so scheint es. Doch noch bevor der Leser die Buchstaben entziffert um Worte zu formen, welche dann zu Ideen und Inhalten werden, ist er Betrachter der Manuskriptseite und ihrer Gestaltung. Dabei werden die verschiedenen Elemente von Makro- und Mikrotypographie für eine visuelle Komposition genutzt, die jedoch durch ihre unlösbare inhaltliche Verbindung zum Text in mehreren Dimensionen gelesen und verstanden werden muss: So kann es bei dieser Art von Komposition nie allein um visuellen Effekt gehen. Sie dient, bzw. verbildlicht vielmehr neben dem Buchstabencode von Lauten z.B. auch Schriftmacht, symbolische Aufladung von (Schrift)Zeichen und Wissensorganisation. Konzeptuell begriffen werden diese Elemente in Florenz um 1400: Hier greifen die Humanisten Poggio Bracciolini, Niccolò Niccoli und Coluccio Salutati auf verschiedenste Medien zurück, als sie die humanistische Minuskel schaffen und mit ihr ein Gestaltungskonzept des Manuskripts, welches die rhetorischen Kategorien von 'puritas und suavitas' (Traversari) in SchriftBild umsetzt. Neben der karolingischen Minuskel, welche sie als littera antiqua neu interpretieren, einer an Inschriften inspirierten Capitalis und dekorierten Initialen, die toskanische und karolingische Vorbilder aus dem 12. Jahrhundert aufnehmen, inszenieren sie eine reduzierte Gestaltung, die mit Materialevokation und -reflexionen verschiedene Ebenen der Beziehung zwischen Schreiber, Autor und Leser aufzeigt. Während die Humanisten in ihrer philologischen Praxis den antiken Text quasi archäologisch wieder freilegen und rekonstruieren, schreiben sie sich selbst in den Kommunikationsraum des Manuskripts mit ein, da ihre Schrift zwar historisch inspiriert ist, sich jedoch deutlich "modernisiert" zeigt. Die Reduktion als kompositionelles Motiv erlaubt einerseits das Entstehen einer unmittelbaren Beziehung zwischen Leser und Autor und evoziert andererseits in der Materialität des Manuskripts die verschiedenen Artefakte, mit denen die Humanisten arbeiten.

Die Schrift, welche hier als visuelles Kompositionsmittel auf der Pergamentseite und innerhalb des Raumes des Manuskripts verstanden wird, ist für diese Humanisten die naheliegendste Projektionsfläche für ihr Selbstverständnis: Sie wird zum Träger einer humanistischen Ästhetik zwischen Selbstinszenierung und visueller Kreation eines Artefakts.

Betreut durch Prof. Dr. Hanna Wimmer, Universität Hamburg, und Prof. Wolf-Dietrich Löhr, FU Berlin/UdK Berlin.

Forschungsinteressen

Frührenaissance, Manuskriptkulturen, Transnationale Museumsgeschichte, Künstlerzeichnungen

Vorträge

Philippa Sissis, Die humanistische Minuskel – Ein Konzept humanistischer Ästhetik in Schrift?, Neue Tendenzen der Italienforschung zu Mittelalter und Renaissance, 7.-8. November 2016, Florenz, Kunsthistorisches Institut – Max-Planck-Institut, 7.-9. Nov. 2016

Philippa Sissis, Script as image – The Visual Aesthetics of Early Humanist Manuscripts, 1st Groningen Book History Conference, Rijksuniversiteit Groningen, 9. Sept. 2016

Philippa Sissis, The Visual Acuity of Poggio Bracciolini and Niccolò Niccoli, Session: Forming Letters: New Research in Renaissance Calligraphy and Epigraphy (organisiert durch: Debra Pincus, Respondent: William Stenhouse), CAA 2016 Washington, 2.-6. Feb. 2016

Philippa Sissis, Script as Image: The Humanist Aesthetic Concept of Poggio Bracciolini, Session: (Just) lines on parchment I & II (chair: Dr. Hester Schadee, Exeter, organisiert durch: Philippa Sissis, M.A.), RSA 2015, Berlin, 26.-28. März 2015

Philippa Sissis und Maria Wirzberger, Kunstgeschichte meets Human Factors, Abendvortrag Stipendiatenfeier Deutschlandstipendium TU Berlin, Februar 2014.

Bénédicte Savoy und Philippa Sissis, „Im Blick der Anderen. Die Berliner Museen im Spiegel des Auslands. 1933–1945“, Internationale Tagung „Museen im Nationalsozialismus“ der Richard-Schöne-Gesellschaft für Museumsgeschichte e.V. und des Deutschen Historischen Museums, Juli 2013.

Philippa Sissis, „Turner 1802. Skizzen im Louvre“, Absolvententag des Instituts für Kunstwissenschaft an der TU Berlin, Juli 2013.

Publikationen

Bücher

Savoy, Bénédicte und Philippa Sissis (Hg.), Die Berliner Museumsinsel. Impressionen internationaler Besucher. 1830‑1990, Köln (Böhlau), 336 Seiten, 94 Abb.

Interview mit Philippa Sissis im Kulturradio zur Veröffentlichung des Buches "Die Berliner Museumsinsel. Impressionen internationaler Besucher. 1830-1990": hier

Aufsätze

Sissis, Philippa, SchriftBild - Entwurf einer humanistischen Ästhetik? Die Handschrift Hamilton 166 von Poggio Bracciolini, in: kunsttexte.de (Onlinepublikation), Privater Buchbesitz in der Renaissance: Bild, Schrift und Layout, hg. von Angela Dressen und Susanne Gramatzki, Nr. 3, 2014, 25 Seiten.

Sissis, Philippa, Kommentar und Anmerkungen zu „Gemäldegallerie im Pallast des Luxembourg“, in: Bénédicte Savoy (Hg.), Helmina von Chézy. Leben und Kunst in Paris seit Napoleon I.”, Berlin (Akademie Verlag), 2009, S. 515-521

Sissis, Philippa, verschiedene Beiträge in: Wolfgang Benz (Hg.), Deutschland 1900-1945. Ein erzählendes Sachbuch, Würzburg (Arena Verlag) 2008: „Kunst in der wilhelminischen Zeit: Realismus und Moderne“, S. 36-37; „Kunst in der Weimarer Republik: die ‚Neue Sachlichkeit‘“, S. 118-119; „Bühne und Film“, S. 120-121; „‘Kunst und Technik – die neue Einheit‘: das Bauhaus“, S. 124-125; „Entartete Kunst“, S. 188-189

Rezensionen

Sissis, Philippa: Andrea Linnebach, Das Museum der Aufklärung und sein Publikum. Kunsthaus und Museum Fridericianum in Kassel im Kontext des historischen Besucherbuches 1769‐1796. Kassel University Press 2014, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 120 (2015), S. 302-304.

Sissis, Philippa: Michela Passini, La fabrique de l’art national. Le nationalisme et les origines de l'histoire de l'art en France et en Allemagne (1870-1933), Paris 2012, in: Mechthild Gilzmer / Hans-Jürgen Lüsebrink / Christoph Vatter (Hg.), 50 Jahre Elysée-Vertrag (1963-2013) / Les 50 ans du traité de l'Elysée (1963-2013). Traditionen, Herausforderungen, Perspektiven / Traditions, défis, perspectives, Bielefeld: transcript, 2014, S. 310-312.

Übersetzungen

Bénédicte Savoy und David Blankenstein, Frontale Präsenz. Zu einem unbekannten Porträt Alexander von Humboldts im Besitz des französischen Conseil d’Etat [Effet de présence. Sur un portrait inédit d’Alexandre von Humboldt conservé au Conseil d’Etat], in: HiN. International Review for Humboldtian Studies, Bd. 16, Nr. 31 (2015). lesen

Pierre Rosenberg, Kunstgeschichte unterrichten? [L'enseignement de l'histoire des arts à l'école, au collège et au lycée], in: Niklas Gliesmann, Barbara Welzel (Hg.), Denkwerkstatt Museum, Studien zur Kunstgeschichte, Bd. 6, Dortmund: BoD, 2015, S. 60-77.

Mehrere Texte in „Die Berliner Museumsinsel. Impressionen internationaler Besucher. 1830-1989“, Bénédicte Savoy, Philippa Sissis (Hg.), Köln/ Wien: Böhlau Verlag 2012: Pierre-Jean David d’Angers, Die Notizbücher (S. 34-35); Guillaume Apollinaire, La Revue blanche : Pergamon (S. 165-166); Mamadou Diawara, Wozu Museen? (S. 311-312); Cécile Wajsbrot, Die Museumsinsel (S. 319-321).

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.